
Der volle Pinsel drückt einen Moment lang gegen meinen Zeigefinger, kurz bevor die erste Linie überhaupt aufs Papier kommt. Dieses kleine Gewicht kenne ich inzwischen so gut wie früher das Gewicht der Kreide vor der Tafel. Als Aquarell-Anfängerin, die sich das meiste online beigebracht hat, ist genau das mein Ritual im Ruhestand geworden — kein Stundenplan mehr, aber ein fester Platz am Küchentisch, an dem ich Woche für Woche kreativ dazulerne.
Kurz zur Offenheit, bevor ich von den Kursen erzähle, die ich ausprobiert habe: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Verlinkt sind nur Kurse, die ich selbst bezahlt und über Monate am eigenen Küchentisch getestet habe. Als frühere Lehrerin schaue ich mir Lehrmaterial noch genauer an, als mir manchmal lieb ist.
Vom Klassenzimmer zum Küchentisch — warum ich als Anfängerin online male
Kunstlehrerin war ich nie. Deutsch und Sachunterricht, 35 Jahre lang, aber kein einziges Jahr Kunst. Wenn meine Tochter mir aus Heidelberg von ihrem Skizzenheft im Café erzählte, fühlte ich mich immer ein bisschen wie eine Außenstehende. Zurück in Würzburg wusste ich nur: Diese neue Leere im Kalender braucht etwas, das sich anfühlt wie ein Fach, aber keine Note gibt.
Angefangen habe ich trotzdem beim Bleistift. Der Zeichnen Lernen Kurs schien mir die vernünftigere Reihenfolge — erst Form, dann Farbe. Genau hinsehen, jede Kante einzeln, das war die Übung, und genau das hat mich mehr angestrengt als entspannt. Nach ein paar Lektionen wusste ich: Bei mir darf es ruhig zuerst die Farbe sein, das Zeichnen kommt vielleicht später, wenn überhaupt.

Wie sich der Sonntagskurs bei Timothy anfühlt
Der Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs] war dann die richtige Wahl, weil er genau das Format hatte, das zu meinem freien Vormittag passt — feste Zeit, offenes Fenster, kein Druck. Diesen Vormittag halte ich mir inzwischen frei, so wie früher die erste Stunde am Montag.
Timothy erklärt jede Übung so ruhig, dass meine innere Rotstift-Lehrerin irgendwann einfach schweigt. Dass die Rückgabequote bei diesem Kurs bei gerade einmal 0,6 Prozent liegt, habe ich erst später gelesen — es passt trotzdem zu dem, was ich beim Zusehen selbst gemerkt habe: Hier steigt kaum jemand vorzeitig wieder aus.
Eine Übung ist mir besonders geblieben: die Silhouette der Festung Marienberg, von der anderen Mainseite aus, nur mit ein paar gedeckten Grüntönen. Wo genau ich sie aufs Blatt setze, mittig oder eher an den Rand gedrängt, überlege ich inzwischen, bevor der erste Strich fällt. Und dass zwei Farben zusammen manchmal ein Drittes ergeben, das ich vorher nie gemischt hätte, gehört zu den kleinen Überraschungen, an die ich mich am längsten erinnere.
Wo Online-Kurse für mich an Grenzen stoßen
Zeitlich ist online natürlich unschlagbar. Ich kann malen, bevor die Enkelkinder wach sind oder bevor der Sonntagsbraten in den Ofen muss. Aber die Fehlerkorrektur liegt komplett bei mir — niemand schaut mir über die Schulter und sagt, dass der Wasserbecher schon wieder zu voll ist. Früher in der Schule war das meine Aufgabe bei anderen. Jetzt mache ich sie bei mir selbst, und das ist eine ganz andere Übung.
Bevor ich beim Aquarell gelandet bin, habe ich es kurz mit einem ganz gewöhnlichen Tagebuch versucht — nur Worte, keine Bilder. Nach drei Wochen habe ich aufgehört, weil sich die Seiten trotz aller Sätze leer anfühlten. Was ich seitdem in meinem Aquarell Tagebuch festhalte, bleibt dagegen hängen, gerade weil die Bilder nicht perfekt sind. Ein missglücktes Blatt zeigt mir hinterher oft genauer, was ich falsch gemacht habe, als ein gelungenes — das ist längst keine Enttäuschung mehr für mich, eher ein Hinweis fürs nächste Mal.
Elfrun, eine Bekannte, die ich von einem Aquarell-Nachmittag im Gemeindehaus kenne, hat mir letzte Woche ein Foto von ihrem eigenen missratenen Blatt geschickt. Sie lacht über solche Ausrutscher, ohne sich dafür zu entschuldigen, und genau diese Haltung übe ich bei mir selbst noch.
Nebenbei habe ich mir ein paar Dinge selbst beigebracht, die in keiner Lektion extra erklärt wurden. Wie viel Wasser im Pinsel steckt, entscheidet fast mehr über das Ergebnis als die Farbe selbst — zu viel, und alles läuft ineinander, zu wenig, und der Pinsel kratzt trocken übers Blatt. Dickeres Papier verträgt diese Nässe, dünnes wellt sich sofort. Setze ich eine Farbe nass in eine andere, die noch feucht ist, entsteht etwas ganz anderes, als wenn ich wartete, bis die erste Schicht trocken ist und erst dann darüberginge. Manche weißen Stellen lasse ich inzwischen bewusst frei, weil ich sie später nicht mehr zurückbekomme. Licht und Schatten machen ein Bild räumlich, nicht die Farbe allein — das habe ich erst gemerkt, als ich es einmal ohne beides versucht habe. Manche Farben bleiben nach dem Trocknen fast so leuchtend wie nass aufgetragen, andere werden im Näpfchen spürbar blasser. Und bei den Pinseln habe ich mittlerweile eine klare Meinung, welcher für große Flächen taugt und welcher nur für die feinen Ränder gut ist.

Skizzenbuch und Zugfenster nach Heidelberg
Wenn ich zu meiner Tochter nach Heidelberg fahre, habe ich inzwischen den Skizzen Video-Kurs dabei, kurze Impulse für die Zeit zwischen zwei Bahnhöfen. Ich schaue nicht mehr nur aus dem Fenster, ich überlege, wie die Linien eines Kirchturms zueinander stehen müssen, damit er auf dem Papier nicht schief kippt. Einmal habe ich versucht, nicht den Turm selbst zu malen, sondern nur das, was drumherum liegt — und am Ende stand er trotzdem auf dem Blatt, obwohl kein einziger Strich direkt auf ihm lag.
Was aus diesen Zugfahrten inzwischen an Seiten zusammengekommen ist, habe ich in meinem Reiseskizzenbuch für Anfänger gesammelt, falls dich interessiert, wie so ein Heft nach ein paar Fahrten aussieht.
Einmal wurde ich zu mutig und wollte die Enkelkinder porträtieren. Der Menschen Zeichnen Masterkurs ist über zwölf Wochen aufgebaut und wirklich gut strukturiert, aber das Tempo war für mich als Anfängerin zu hoch. Nach den ersten Lektionen habe ich pausiert, vielleicht in einem Jahr wieder, wenn meine Hand sicherer geworden ist. Was ich in der Zwischenzeit stattdessen geübt habe: mit einem fast trockenen Pinsel über raues Papier zu fahren, bis daraus so etwas wie Rinde oder Stein wird — kleine Texturen, die mit Gesichtern noch nichts zu tun haben, aber mit Geduld schon.
Mein Fazit für alle im Ruhestand, die neu anfangen wollen
Fang ruhig noch einmal etwas ganz Neues an, wenn du am eigenen Küchentisch sitzt und dir die Frage stellst, ob sich das mit 58 oder 60 überhaupt noch lohnt. Für mich passt Aquarell, weil es verzeiht und weil aus einem verwässerten Fleck manchmal die beste Stelle im ganzen Bild wird. In der zwölften Woche saß mein Enkel Leo neben mir am Tisch, schaute auf das nasse Blatt und sagte nur, das sehe aus wie ein richtiges Bild aus einem Museum — kein Kinderbild mehr. Ich habe den Satz seitdem öfter im Kopf, wenn der Sonntag mal wieder mit einem missglückten Himmel anfängt.
Wer eine klare Struktur für den Sonntag sucht, dem lege ich den Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs] ans Herz — er kostet nicht mehr, als man für ein gutes Hobby eben einplant, und die Qualität stimmt. Reserviere daneben etwas Budget für ordentliches Papier; auf dem billigen Block macht Malen einfach keinen Spaß, das habe ich selbst lernen müssen. Die eine Sache, die ich seit meinem ersten Farbkästchen mitgenommen habe: Nicht das perfekte Bild zählt am Sonntag, sondern dass ich überhaupt noch einmal angefangen habe, etwas zu lernen, bei dem ich mir selbst nichts beweisen muss.
Eine Galerie werde ich mit diesen Bildern nie eröffnen, und das ist auch gut so. Es bleibt mein Sonntagvormittag: der Kaffee wartet links vom Block in der immer gleichen Porzellantasse, das Fenster zur Ostseite lässt einen schmalen Spalt kühle Luft herein, und ich darf einfach nur ich sein, mit nassen Farben und einem Ergebnis, das niemand benoten muss. Geht das Bild schief, wasche ich den Pinsel aus und freue mich schon auf den nächsten Sonntag.
Aquarell Online Kurs [Mein Sonntagskurs]
Vorteile
- ▸ Perfekt für das wöchentliche Ritual am Sonntag
- ▸ Sehr ruhige und geduldige Erklärweise
- ▸ Extrem niedrige Abbruchquote spricht für die Qualität
- ▸ Materialliste ist übersichtlich und bezahlbar
Nachteile
- ✗ Erfordert Eigeninitiative bei der Fehleranalyse
- ✗ Nicht geeignet für Menschen, die sofort Portraits malen wollen